Veranstaltung

ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung

Thorsten Brinkmann, Milkymaid, 2009, C-Print © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Sa, 16. Oktober 2021 bis So, 16. Januar 2022
11:00-18:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 Uhr - 20:00 Uhr
Montag geschlossen

Gezeigt werden rund 90 Werke von regional wie auch international agierenden Künstlerinnen und Künstlern. Die Bandbreite der Techniken reicht dabei von der Zeichnung über den Holzschnitt und die Fotografie bis hin zur Videoarbeit.
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Beschreibung

Im heutigen Zeitalter der Selfies und einer Flut an technischen Möglichkeiten scheint das Selbstbildnis allgegenwärtig. Im Rückblick kristallisieren sich die Besonderheiten und Grenzen zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ich jedoch umso deutlicher heraus. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Äußere häufig eindrucksvoll in Szene gesetzt oder für Studien der Gesichtszüge genutzt wurde – war man selbst doch das günstigste Modell und stets verfügbar –, begann schon bald darauf ein Darstellungswandel. Dieser wurde unter anderem durch psychologische Erkenntnisse und nicht zuletzt durch das Aufkommen der Fotografie begünstigt. Introspektion gewann in der Folge an Bedeutung, der Blick der Künstler – und nun auch zunehmend Künstlerinnen – richtete sich nach innen und spiegelte dabei persönliche Interessen wie auch gesellschaftliche Zustände wider. Neben eine idealisierte Selbstdarstellung trat vermehrt die Selbstbefragung und somit auch kritische Auseinandersetzung mit dem Ich, bis hin zur völligen Neuerschaffung.

Als fester Bestandteil der Kunstgeschichte zieht sich das Selbstbildnis durch die vergangenen Jahrhunderte. Die Ausstellung ICH. Zwischen Abbild und Neuerfindung zeigt eine repräsentative Auswahl an Werken von 1900 bis heute und macht deutlich, auf welch unterschiedliche Weise sich Künstlerinnen und Künstler mit der eigenen Person auseinandersetzen.

Verschiedene Themenbereiche gliedern die Schau und widmen sich dabei unter anderem der Rolle der Frau in der Gesellschaft, der Erforschung von Mimik und Emotion im Selbstbildnis oder auch der Unkenntlichmachung und Abwendung vom Gesicht. Sozialkritische Werke sind ebenso vertreten wie der humorvolle Umgang mit der eigenen Person.

Der umfangreiche grafische Bestand der Lübecker Sammlung Rüxleben bildet den Grundstock der Schau und schließt die Werke namhafter Künstler wie Max Liebermann, Marc Chagall, Man Ray und Jörg Immendorf ein. Die Auswahl wird durch eine Reihe an Exponaten ergänzt, welche die Entwicklung des Sujets und dessen thematische wie auch stilistisch-technische Vielfalt unterstreichen – von Cindy Sherman, der Meisterin des Rollenspiels, über die Performance bei Marina Abramovićbis hin zu Andreas Horlitz, dessen Spiegelobjekt die Betrachterinnen und Betrachter zur Interaktion auffordert.

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Veranstaltungsort
Abb.: Thorsten Brinkmann, Milkymaid, 2009, C-Print © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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